Die Marke MINI steht seit jeher für Gokart-Fahrspaß, ikonisches Design und einen urbanen Lifestyle. Mit dem rein elektrischen Aceman fügt MINI nun ein völlig neues Kapitel hinzu. Positioniert als fünftüriger Crossover zwischen dem klassischen Cooper und dem großen Countryman, soll der Aceman die Lücke für all jene füllen, denen der Cooper zu klein und der Countryman zu sehr SUV ist. Doch im Spätsommer 2026 ist der Markt für kompakte Elektro-Crossover hart umkämpft. Ein schickes Design und ein großer Name reichen nicht mehr aus, um einen Premium-Preis zu rechtfertigen. Wir haben den MINI Aceman in der Top-Version SE mit 160 kW (218 PS) und dem 50,5 kWh großen Netto-Akku über 2.500 Kilometer durch deutschen Stadtverkehr, über Landstraßen und auf der Autobahn gejagt, um eine klare Antwort zu finden. Der Basispreis für den Aceman SE im Modelljahr 2027 liegt bei stattlichen 44.200 Euro. Unser vollausgestatteter Testwagen im Farbton „Rebel Red“ mit John Cooper Works Trim und allen Paketen knackt mit 53.850 Euro eine psychologisch wichtige Marke.
Die harten Fakten auf dem Papier versprechen eine klassenübliche Performance: Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll in 6,7 Sekunden erledigt sein, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 170 km/h elektronisch begrenzt. MINI gibt eine WLTP-Reichweite von bis zu 402 Kilometern an, was einem Normverbrauch von 14,8 kWh/100 km entspricht. Geladen wird an AC-Säulen mit 11 kW und an DC-Schnellladern mit einer Peak-Leistung von bis zu 125 kW, was den Akku in rund 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen soll. Die entscheidende Frage unseres Tests lautet: Kann der Aceman diese Laborwerte in der Praxis bestätigen und rechtfertigt das Gesamtpaket aus Fahrspaß, Qualität und Nutzwert den selbstbewussten Preis gegenüber etablierten Konkurrenten wie dem Volvo EX30 oder dem Peugeot E-2008? Wir haben die Antworten.
Design, Interieur & Software-Erlebnis
Der Aceman überträgt die neue, reduzierte Designsprache von MINI, „Charismatic Simplicity“ genannt, auf das Crossover-Format. Der achteckige, fast vollständig geschlossene Grill, die großen, runden LED-Scheinwerfer mit ihren drei anpassbaren Lichtsignaturen und die aufrechten „Union Jack“-Rückleuchten lassen keinen Zweifel an der Markenzugehörigkeit. Mit einer Länge von 4,08 Metern, einer Breite von 1,75 Metern und einer Höhe von 1,51 Metern trifft er exakt die Maße eines urbanen Crossovers. Er ist kaum länger als ein klassischer Kleinwagen, wirkt aber durch seine kantigen Radkästen, die robusten Seitenschweller und die athletische Schulterpartie deutlich präsenter. Die kurzen Überhänge und der lange Radstand von 2,61 Metern sind typisch für eine dedizierte Elektroplattform und versprechen ein gutes Platzangebot im Innenraum. Die Verarbeitungsqualität des Exterieurs ist auf hohem Niveau. Die Spaltmaße sind eng und gleichmäßig, die Lackierung unseres Testwagens ist tief und makellos. Einzig die großen, unlackierten Kunststoffflächen an den Schwellern und Radläufen wirken zwar robust, könnten aber bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse eine hochwertigere Anmutung vertragen.
Der wahre Paradigmenwechsel findet im Innenraum statt. Wer frühere MINI-Modelle kennt, wird die radikale Reduktion bemerken. Das Cockpit wird von einem einzigen, zentralen Element dominiert: einem kreisrunden OLED-Display mit einem Durchmesser von 24 Zentimetern. Darunter befindet sich eine physische Kippschalterleiste für die wichtigsten Funktionen: Parkbremse, Gangwahl (D, N, R), Start/Stopp, Auswahl der „Experience Modes“ und die Lautstärkeregelung. Das war es. Kein Tacho hinter dem Lenkrad, keine separaten Klimabedienelemente. Alles wird über den Touchscreen oder die Sprachsteuerung gesteuert. Das Display selbst ist eine technische Augenweide: gestochen scharf, extrem kontrastreich und mit brillanten Farben. Das darauf laufende MINI Operating System 9, das auf Android Automotive basiert, ist grafisch verspielt und reaktionsschnell. Die Menüstruktur ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Essenzielle Fahrinformationen wie die Geschwindigkeit werden permanent am oberen Rand angezeigt, während der untere Bereich für Klima, Navigation und Medien reserviert ist. Der große Mittelteil wird von den sogenannten „Experience Modes“ bespielt, die nicht nur das Display-Layout, sondern auch die Ambientebeleuchtung und den Antriebssound verändern. Im „Go-Kart Mode“ wird alles rot, der Antrieb reagiert bissiger und ein synthetischer Sound untermalt die Beschleunigung. Im „Green Mode“ dominieren Blautöne und Effizienzanzeigen. Das ist anfangs unterhaltsam, lenkt aber im Fahrbetrieb mitunter ab. Die Bedienung der Klimaanlage über den Touchscreen erfordert zwei bis drei Klicks, was während der Fahrt umständlicher ist als ein klassischer Drehregler.
Die Materialauswahl ist ein klares Statement in Richtung Nachhaltigkeit. Statt Leder und Chrom dominieren hochwertige Stricktextilien aus recyceltem Polyester die Armaturentafel und die Türverkleidungen. Das fühlt sich wohnlich und modern an, die Haptik ist angenehm. Die Sitze im John Cooper Works Trim bieten exzellenten Seitenhalt und sind auch auf längeren Strecken komfortabel. Die Sitzposition ist Crossover-typisch leicht erhöht, was eine gute Übersicht im Stadtverkehr ermöglicht. Die Geräuschdämmung ist für ein Fahrzeug dieser Klasse bemerkenswert gut. Unsere Messung bei einer konstanten Autobahnfahrt mit 130 km/h ergab einen Innenraumgeräuschpegel von lediglich 67,5 dB. Das ist ein Wert, der vor wenigen Jahren noch Fahrzeugen der Mittelklasse vorbehalten war und den Premium-Anspruch unterstreicht. Windgeräusche an den A-Säulen sind zwar präsent, aber nicht störend, die Abrollgeräusche der 19-Zoll-Räder sind gut gedämmt.
Antrieb, Fahrwerk & das versprochene Gokart-Gefühl
Das Herzstück eines jeden MINI ist das Fahrverhalten. Die Erwartungen an den Aceman SE sind entsprechend hoch. Angetrieben wird er von einem fremderregten Synchronmotor an der Vorderachse, der 160 kW (218 PS) und ein maximales Drehmoment von 330 Nm leistet. Diese Kraft hat mit den 1.625 kg Leergewicht des Aceman leichtes Spiel. Der Antritt aus dem Stand ist, wie bei E-Autos üblich, vehement und ansatzlos. Unsere Messung ergab einen Wert von 6,72 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h, was den Werksangaben exakt entspricht. Viel beeindruckender ist jedoch die Elastizität im Stadt- und Landstraßentempo. Ein Tritt auf das Fahrpedal katapultiert den kleinen Crossover ansatzlos nach vorn, Überholvorgänge werden zur Nebensache. Bei 170 km/h wird der Vortrieb sanft, aber bestimmt elektronisch abgeregelt. Das ist für den deutschen Autobahnalltag ausreichend und schont den Akku.
Doch reine Längsdynamik macht noch kein Gokart-Gefühl aus. Hierfür sind Lenkung und Fahrwerk zuständig. Und in diesem Punkt liefert MINI ab. Die Lenkung ist extrem direkt, fast schon spitz ausgelegt. Sie vermittelt viel Rückmeldung von der Straße und erfordert nur minimale Lenkwinkel, um den Aceman präzise durch enge Kurven zu zirkeln. In Kombination mit dem niedrigen Schwerpunkt, der durch den im Fahrzeugboden integrierten Akku realisiert wird, und dem straffen Fahrwerk ergibt sich eine beeindruckende Agilität. Wankbewegungen der Karosserie sind kaum spürbar, der Aceman beißt sich förmlich in den Asphalt und lässt sich auch von schnellen Lastwechseln nicht aus der Ruhe bringen. Auf kurvigen Landstraßen ist dies eine wahre Freude und erzeugt tatsächlich jenes vielzitierte Fahrgefühl. Die Kehrseite dieser sportlichen Auslegung ist ein eingeschränkter Federungskomfort. Das Fahrwerk ist straff, kurze Stöße wie Querfugen oder Kanaldeckel werden spürbar an die Insassen weitergegeben, insbesondere mit den optionalen 19-Zoll-Rädern unseres Testwagens. Auf langen Autobahnetappen kann dies ermüdend wirken. Der Aceman ist kein sanfter Gleiter, sondern ein aktives Fahrerauto. Wer maximalen Komfort sucht, ist hier an der falschen Adresse. Die Bremsanlage ist standfest und gut dosierbar. Unsere Messung aus 100 km/h bis zum Stillstand ergab einen hervorragenden Wert von 34,8 Metern. Der Übergang zwischen rekuperativem Bremsen und der mechanischen Bremse ist unmerklich. Die Stärke der Rekuperation lässt sich in mehreren Stufen einstellen, ein echter One-Pedal-Driving-Modus, der das Fahrzeug bis zum Stillstand abbremst, ist ebenfalls vorhanden und funktioniert im Stadtverkehr ausgezeichnet.
Ladeperformance, Effizienz & die Realität auf der Langstrecke
Ein entscheidender Faktor für die Tauglichkeit eines Elektroautos ist die Kombination aus Effizienz und Ladeleistung. Der MINI Aceman SE nutzt eine 400-Volt-Architektur und einen Akku mit einer Bruttokapazität von 54,2 kWh, von denen 50,5 kWh netto nutzbar sind. Die von MINI angegebene WLTP-Reichweite von bis zu 402 Kilometern ist, wie üblich, ein optimistischer Laborwert. In unserem zweiwöchigen Testzeitraum bei spätsommerlichen Temperaturen um 20 Grad Celsius ermittelten wir einen Durchschnittsverbrauch von 16,9 kWh/100 km. Daraus ergibt sich eine realistische Alltagsreichweite von knapp 300 Kilometern. Dieser Wert setzt sich aus einem Mix verschiedener Fahrprofile zusammen. Im reinen Stadtverkehr, wo die Rekuperation ihre Stärken ausspielen kann, sank der Verbrauch auf beeindruckende 13,5 kWh/100 km, was Reichweiten von über 370 Kilometern ermöglicht. Auf der Landstraße bei moderatem Tempo pendelte sich der Verbrauch bei rund 15,5 kWh/100 km ein. Der Härtetest für jedes E-Auto ist jedoch die deutsche Autobahn. Bei einer konstanten Geschwindigkeit von 130 km/h, gemessen per GPS, stieg der Verbrauch auf 23,8 kWh/100 km. Die realistische Autobahn-Reichweite von Ladestopp zu Ladestopp (von 80% auf 10% SoC) schrumpft damit auf etwa 150 Kilometer. Für den Winterbetrieb mit Heizung und bei kalten Temperaturen muss man mit einem Mehrverbrauch von 20-30% rechnen, was die Autobahn-Etappen weiter verkürzt. Der Aceman ist damit primär für die Stadt und das Umland konzipiert, gelegentliche längere Touren sind aber planbar.
Die Planbarkeit hängt maßgeblich von der Ladeperformance ab. MINI verspricht eine maximale Ladeleistung von 125 kW. An einer 300-kW-Säule von Ionity konnten wir diesen Wert überprüfen. Die Ladekurve des Aceman ist solide, aber nicht herausragend. Nach dem Start bei 10% SoC (State of Charge) stieg die Ladeleistung schnell auf den Peak von 124 kW an. Diese hohe Leistung wurde jedoch nur für wenige Minuten bis zu einem Ladestand von etwa 35% gehalten. Danach fiel die Kurve schrittweise ab. Bei 50% SoC lagen noch rund 90 kW an, bei 70% waren es 65 kW und bei 80% noch 50 kW. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauerte in unserem Test exakt 29 Minuten, was der Werksangabe entspricht. In dieser Zeit wurden 35,4 kWh nachgeladen. Das ist ein akzeptabler Wert in dieser Fahrzeugklasse, Konkurrenten mit 800-Volt-Technik oder ausgefeilterem Thermomanagement sind hier jedoch schneller. Positiv hervorzuheben ist die manuelle und automatische Vorkonditionierung der Batterie. Gibt man im Navigationssystem eine Ladesäule als Ziel ein, temperiert das Fahrzeug den Akku vor, um die maximale Ladeleistung zu gewährleisten. Dies funktionierte im Test zuverlässig. An der heimischen Wallbox oder an öffentlichen AC-Säulen lädt der Aceman serienmäßig mit 11 kW, was eine vollständige Ladung des leeren Akkus in rund 5,5 Stunden ermöglicht. Eine 22-kW-Option, die in vielen Städten nützlich wäre, wird leider nicht angeboten.
Messwert | MINI Aceman SE | Volvo EX30 Single Motor ER | Audi Q2 45 e-tron (hypothetisch) | Peugeot E-2008 GT |
|---|---|---|---|---|
Antrieb | Frontantrieb | Heckantrieb | Frontantrieb | Frontantrieb |
Leistung (kW/PS) | 160 / 218 | 200 / 272 | 170 / 231 | 115 / 156 |
Akku netto (kWh) | 50,5 | 64,0 | 58,0 | 51,0 |
0-100 km/h (s) | 6,7 | 5,3 | 6,9 | 9,1 |
Vmax (km/h) | 170 | 180 | 160 | 150 |
WLTP-Verbrauch (kWh/100km) | 14,8 | 15,7 | 15,2 | 15,3 |
Ladeleistung Peak (kW) | 125 | 153 | 135 | 100 |
Laden 10-80% (min) | 29 | 26 | 28 | 30 |
Kofferraum (L, VDA) | 300 – 1.005 | 318 – 904 | 310 – 1.010 | 434 – 1.467 |
Basispreis ca. (€, MJ 2027) | 44.200 | 45.990 | 46.500 | 42.800 |
Alltagstauglichkeit, Platzangebot & Kostenanalyse
Ein Crossover muss mehr bieten als nur Fahrspaß und schickes Design; er muss im Alltag funktionieren. Der Aceman meistert diese Aufgabe mit Licht und Schatten. Das Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist großzügig. Die Kopffreiheit ist auch für Personen über 1,90 Meter ausreichend, und das luftige Raumgefühl wird durch die aufgeräumte Armaturentafel verstärkt. Im Fond wird es jedoch enger. Zwar erleichtert der Fünftürer den Einstieg im Vergleich zum dreitürigen Cooper erheblich, doch die Knie- und Kopffreiheit ist für Erwachsene auf längeren Strecken begrenzt. Sind die Vordersitze auf 1,80 Meter große Personen eingestellt, wird es dahinter für Mitfahrer gleicher Größe knapp. Für Kinder oder für kurze Strecken ist der Platz aber absolut ausreichend. Der Aceman ist ein Viersitzer, der fünfte mittlere Platz ist nur eine Notsitzgelegenheit. Das Kofferraumvolumen beträgt 300 Liter nach VDA-Norm. Das ist weniger als bei vielen Konkurrenten und reicht gerade so für den Wocheneinkauf oder zwei Handgepäck-Koffer. Legt man die im Verhältnis 60:40 teilbare Rücksitzlehne um, erweitert sich der Stauraum auf 1.005 Liter. Die Ladekante ist relativ hoch, was das Einladen schwerer Gegenstände erschwert. Einen Frunk unter der vorderen Haube, der praktisch für das Ladekabel wäre, gibt es nicht. Dieses muss in einem Fach unter dem Kofferraumboden verstaut werden, was unpraktisch ist, wenn der Kofferraum bereits beladen ist.
Die maximale Zuladung beträgt 450 Kilogramm. Zieht man das Gewicht von vier erwachsenen Passagieren ab, bleibt nicht mehr viel Spielraum für Gepäck. Eine Anhängerkupplung wird für den Aceman SE angeboten, die maximale Anhängelast ist jedoch auf 750 kg (gebremst) begrenzt. Das reicht für einen kleinen Baumarkt-Anhänger, aber nicht für Wohnwagen. Hier zeigt sich die klare Ausrichtung als urbanes Lifestyle-Fahrzeug und nicht als Lastesel. Die Übersichtlichkeit ist dank der erhöhten Sitzposition und der großen Fensterflächen gut, die fast senkrecht stehende Heckscheibe und die breiten C-Säulen schränken die Sicht nach schräg hinten jedoch ein. Die serienmäßige Rückfahrkamera und die Parksensoren sind daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
Die Kostenanalyse fällt zwiespältig aus. Der Anschaffungspreis ist, wie bereits erwähnt, hoch. Mit einem Testwagenpreis von über 53.000 Euro bewegt sich der Aceman SE in Preisregionen, in denen auch größere Fahrzeuge wie ein Tesla Model Y oder ein VW ID.4 zu haben sind. Man bezahlt also einen erheblichen Aufpreis für das Design, die Marke und das Fahrerlebnis. Die laufenden Kosten sind dank der E-Mobilität-Vorteile (Steuerbefreiung, geringere Wartungskosten) niedrig. Die Versicherungseinstufung dürfte sich im oberen Bereich der Kompaktklasse bewegen. Der Wertverlust ist bei MINI-Modellen traditionell geringer als bei vielen Wettbewerbern, was die hohen Anschaffungskosten teilweise relativiert. Dennoch muss man sich den Aceman leisten wollen und können. Er ist kein rationaler Kauf, sondern eine emotionale Entscheidung. Wer jeden Euro zweimal umdreht und maximalen Nutzwert für sein Geld sucht, wird bei anderen Marken fündig.
Alex Winds Gesamtfazit & Kaufberatung
Nach intensiven Testkilometern hinterlässt der MINI Aceman SE einen starken, aber auch polarisierenden Eindruck. Er ist zweifellos der fahraktivste und agilste Vertreter im Segment der kleinen Elektro-Crossover. Die extrem direkte Lenkung, das straffe Fahrwerk und der druckvolle Antritt machen auf jeder kurvigen Straße süchtig und lösen das Versprechen des Gokart-Gefühls vollständig ein. Auch das Design, sowohl außen als auch im radikal reduzierten Innenraum, ist ein klares Statement. Die Materialqualität, die Verarbeitungspräzision und die Geräuschdämmung rechtfertigen den Premium-Anspruch. Das zentrale OLED-Display ist ein technisches Highlight, auch wenn die Bedienlogik nicht in allen Punkten überzeugt und eine gewisse Einarbeitungszeit erfordert.
Auf der anderen Seite stehen klare Schwächen, die man nicht ignorieren kann. Der Federungskomfort ist durch die sportliche Auslegung spürbar eingeschränkt. Das Platzangebot im Fond und im Kofferraum ist unterdurchschnittlich und limitiert die Alltagstauglichkeit für Familien. Die realistische Autobahnreichweite von rund 150 Kilometern und die solide, aber nicht überragende Ladeleistung machen den Aceman eher zu einem Zweit- oder Stadtwagen als zu einem vollwertigen Langstreckenfahrzeug. Der größte Kritikpunkt bleibt jedoch der Preis. Für über 53.000 Euro im Fall unseres Testwagens erhält man bei der Konkurrenz mehr Reichweite, mehr Platz und oft auch eine schnellere Ladetechnologie. Der Aceman ist kein Auto, das man mit dem Rechenschieber kauft.
Für wen ist der MINI Aceman SE also das richtige Auto? Er ist die perfekte Wahl für design- und markenaffine Singles oder Paare, die primär im urbanen und suburbanen Raum unterwegs sind und ein Auto nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Ausdruck ihres Lebensstils sehen. Wer den täglichen Weg zur Arbeit als Quell der Fahrfreude begreift und bereit ist, für dieses Plus an Agilität, Charakter und Premium-Anmutung einen hohen Preis zu zahlen, wird mit dem Aceman glücklich werden. Er ist ein exzellent gemachtes, hoch emotionales Nischenprodukt. Wer jedoch ein praktisches, komfortables und preis-leistungs-orientiertes Elektroauto für alle Lebenslagen sucht, sollte sich die in der Vergleichstabelle genannten Alternativen genauer ansehen. Der Aceman ist kein Vernunftkauf, sondern eine Herzensangelegenheit – und als solche ist er in seinem Kernsegment ziemlich überzeugend.










































