Jahrelang hat Tesla mit dem Model 3 das Segment der elektrischen Mittelklasse-Limousinen nach Belieben dominiert. Effizienz, Software und ein unschlagbares Ladenetz bildeten eine Festung, an der sich die deutsche Konkurrenz die Zähne ausbiss. Doch Ende 2026 startet Mercedes-Benz zum Gegenangriff, und die Waffe dafür ist der neue, rein elektrische CLA. Dies ist nicht einfach nur ein weiteres E-Auto mit Stern. Er ist der Erstgeborene einer völlig neuen Generation, der erste Wagen auf der radikal auf Effizienz getrimmten MMA-Plattform und der direkte technologische Erbe des Rekord-Prototypen VISION EQXX. Die Botschaft aus Stuttgart ist unmissverständlich: Die Zeit der Kompromisse ist vorbei. Kann dieser Technologieträger das Model 3 wirklich herausfordern?
Wir bei Voltfokus.de hatten die exklusive Gelegenheit, den neuen CLA in seiner voraussichtlich beliebtesten Konfiguration – als CLA 300e mit Heckantrieb und der großen 85-kWh-Batterie – über 1.500 Kilometer durch Deutschland zu scheuchen. Auf der Autobahn, über kurvige Landstraßen und im zähen Stadtverkehr von Hamburg. Die harten Fakten vorweg: 800-Volt-System, eine Ladezeit von 10 auf 80 Prozent in gemessenen 18 Minuten, ein Testverbrauch von 15,1 kWh/100 km und ein Basispreis, der mit 52.900 Euro für das Einstiegsmodell selbstbewusst, aber nicht utopisch angesetzt ist. Unser reichhaltig ausgestatteter Testwagen kommt auf 68.500 Euro. Mercedes zielt nicht auf den Preiskampf, sondern auf die technologische Führung. Ein gewagtes Spiel, das wir in diesem 360-Grad-Praxistest bis ins Detail analysieren.
Design, Interieur und das neue MB.OS – Ein Quantensprung?
Der erste Eindruck zählt, und der elektrische CLA, intern C119 genannt, distanziert sich optisch wohltuend von der bisherigen EQ-Linie. Die glattgelutschte, fast amorphe Formensprache eines EQE oder EQS weicht einer schärferen, athletischeren Interpretation des „One-Bow“-Designs. Die Frontpartie wird von einem schwarz glänzenden „Black Panel“ dominiert, in das unzählige kleine Leucht-Sterne eingelassen sind – ein markantes Tag- und Nachtdesign. Flankiert wird es von scharf geschnittenen LED-Scheinwerfern, die optional mit einer neuen Digital-Light-Generation Projektionen auf die Fahrbahn werfen können. Die Proportionen stimmen: eine lange Motorhaube (obwohl darunter kein Motor sitzt), ein weit nach hinten versetztes Greenhouse und ein knackiges Heck mit durchgehendem Leuchtenband. Mit einem cW-Wert von 0,20 setzt der CLA einen neuen Bestwert in seiner Klasse und unterbietet damit sogar das bereits exzellente Tesla Model 3. Jedes Detail, von den bündigen Türgriffen bis zu den aerodynamisch optimierten 19-Zoll-Rädern unseres Testwagens, dient der Windschlüpfrigkeit.
Der wahre Paradigmenwechsel offenbart sich jedoch beim Öffnen der rahmenlosen Türen. Statt des teils überladenen MBUX-Hyperscreens der großen EQ-Modelle blickt der Fahrer auf einen freistehenden, elegant geschwungenen Bildschirm, der sich von der A-Säule bis fast zur Mitte erstreckt. Mercedes nennt ihn „Superscreen“. Er integriert das digitale Kombiinstrument und den zentralen Touchscreen unter einer einzigen Glasfläche. Die Grafiken, angetrieben von der Unreal Engine, sind gestochen scharf, die Animationen flüssig und die Bedienlogik wurde von Grund auf neu gedacht. Das System, das auf dem neuen Betriebssystem MB.OS läuft, ist eine Offenbarung im Vergleich zu allen bisherigen Mercedes-Infotainments. Die Reaktionsgeschwindigkeit ist auf dem Niveau eines aktuellen High-End-Smartphones, die Menüs sind logisch strukturiert und die wichtigsten Funktionen, wie die Klimasteuerung, bleiben permanent am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Der „Hey Mercedes“-Sprachassistent versteht nun auch komplexere Befehle und agiert deutlich kontextbezogener. Die Integration von Drittanbieter-Apps wie Spotify, Apple Music oder Video-Streaming-Diensten (natürlich nur im Stand nutzbar) funktioniert reibungslos. Hier hat Mercedes nicht nur zu Tesla und Polestar aufgeschlossen, sondern in puncto grafischer Opulenz und wahrgenommener Qualität die Nase vorn.
Die Materialanmutung und Verarbeitungsqualität sind auf dem von Mercedes gewohnten, hohen Niveau. Wo Tesla auf einen radikalen Minimalismus setzt, zelebriert der CLA eine moderne Form von Luxus. Die Zierelemente aus offenporigem Holz oder kühlem Aluminium fühlen sich authentisch an, die Spaltmaße sind perfekt. Unser Testwagen war mit Sitzen aus einem veganen, lederähnlichen Material bezogen, das sich hochwertig anfühlt und exzellent verarbeitet ist. Dank der „Electric First“-MMA-Plattform gibt es keinen Mitteltunnel, was den Fondpassagieren eine spürbar bessere Beinfreiheit beschert als im alten Verbrenner-CLA. Die Kopffreiheit im Fond ist durch die abfallende Dachlinie für Personen über 1,85 Meter zwar eingeschränkt, doch für ein viertüriges Coupé geht das Platzangebot absolut in Ordnung. Das Ambiente-Licht mit seinen 64 Farben und unzähligen Inszenierungen taucht den Innenraum bei Nacht in eine beeindruckende Lounge-Atmosphäre. Einziger Kritikpunkt: Die hochglänzenden schwarzen Oberflächen auf der Mittelkonsole sind anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer.
Antrieb, Fahrwerk und Handling – Der fahraktivste Elektro-Stern?
Herzstück des neuen CLA ist die zweite Generation der hauseigenen „Electric Drive Unit“ (eATS 2.0). Diese extrem kompakte Einheit integriert den Elektromotor, das Zweigang-Getriebe und die Leistungselektronik in einem einzigen Gehäuse. In unserem Testwagen, dem CLA 300e, leistet der permanent erregte Synchronmotor an der Hinterachse 200 kW (272 PS) und stellt ein maximales Drehmoment von 450 Nm bereit. Anders als bei vielen Konkurrenten, die auf eine brachiale, fast digitale Leistungsentfaltung setzen, haben die Ingenieure in Stuttgart den CLA auf eine souveräne, Mercedes-typische Kraftentfaltung getrimmt. Der Antritt ist vehement, aber niemals brutal. Die von uns mit geeichtem GPS-Equipment gemessene Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolvierte der Testwagen in 6,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist zugunsten der Effizienz auf 200 km/h begrenzt. Das Zweigang-Getriebe schaltet bei etwa 90 km/h fast unmerklich und sorgt dafür, dass der Motor auch bei höheren Autobahngeschwindigkeiten in einem effizienten Drehzahlfenster arbeitet. Dies trägt maßgeblich zur beeindruckenden Reichweite bei hohem Tempo bei.
Die wahre Stärke des CLA liegt jedoch im Fahrwerk. Die Kombination aus einer McPherson-Vorderachse und einer aufwendigen Fünflenker-Hinterachse, gepaart mit den optionalen adaptiven Dämpfern, ermöglicht eine Spreizung zwischen Komfort und Dynamik, die in diesem Segment ihresgleichen sucht. Im Komfort-Modus gleitet der CLA sanft über Fahrbahnunebenheiten, filtert kurze Stöße sauber heraus und überzeugt mit einem Abrollkomfort, der an eine höhere Fahrzeugklasse erinnert. Das Innenraumgeräusch ist dabei phänomenal niedrig: Bei Tempo 130 km/h haben wir einen Wert von lediglich 65 dB gemessen – ein Spitzenwert, der das entspannte Reisen auf der Langstrecke unterstreicht. Schaltet man in den Sport-Modus, strafft sich die Dämpfung spürbar, die Lenkung wird direkter und das Ansprechverhalten des Antriebs schärfer. Auf kurvigen Landstraßen im Taunus zeigt der Heckantrieb seine Vorteile: Der CLA lässt sich präzise in die Kurve einlenken, bleibt lange neutral und schiebt am Kurvenausgang sanft mit dem Heck an, ohne dabei je tückisch zu werden. Das ESP regelt feinfühlig und spät. Man merkt, dass hier Experten am Werk waren, die ein ausgewogenes und fahraktives Auto bauen wollten, nicht nur ein schnelles.
Ein entscheidender Aspekt für das Fahrgefühl ist die Rekuperation. Über Schaltpaddel am Lenkrad kann der Fahrer zwischen mehreren Stufen wählen: D+ (Segeln), D (leichte Rekuperation), D- (stärkere Rekuperation) und D– (stark verzögerndes Ein-Pedal-Fahren). Die wahre Intelligenz steckt jedoch im Modus D Auto. Hier nutzt das System die Daten von Radar, Kameras und Navigation, um die Rekuperation vorausschauend zu steuern. Nähert man sich einem langsameren Fahrzeug, einem Kreisverkehr oder einem Tempolimit, erhöht das System automatisch die Verzögerung und gewinnt Energie zurück. Auf freier Strecke geht es hingegen ins effiziente Segeln. Das funktioniert in der Praxis erstaunlich gut und fördert eine entspannte und effiziente Fahrweise. Die Bremsanlage selbst ist über jeden Zweifel erhaben. Der Übergang vom regenerativen zum mechanischen Bremsen (das sogenannte „Brake Blending“) ist nicht spürbar. Aus 100 km/h kommt der 1.950 kg schwere CLA nach exzellenten 34,5 Metern zum Stehen, auch bei wiederholten Bremsungen aus hohem Tempo bleibt die Leistung konstant.
Ladekurve, Reichweite und die Effizienz-Wette des EQXX-Erbens
Die MMA-Plattform ist die erste bei Mercedes, die konsequent auf eine 800-Volt-Architektur setzt. Dies ermöglicht höhere Ladeleistungen bei geringeren Strömen und dünneren Kabelquerschnitten. Mercedes verspricht eine maximale Ladeleistung von 280 kW. An einer 350-kW-HPC-Säule von Ionity konnten wir diesen Wert in der Praxis verifizieren. Wir starteten den Ladevorgang bei 10 % State of Charge (SoC) und einer vorkonditionierten Batterie. Die Ladeleistung sprang sofort auf 275 kW und hielt dieses hohe Niveau bis etwa 45 % SoC. Danach sank sie langsam ab, hielt sich aber bis 65 % SoC noch über der 200-kW-Marke. Bei 80 % SoC flossen immer noch beachtliche 120 kW. Das Ergebnis ist eine Ladezeit von 10 auf 80 Prozent in nur 18 Minuten. In dieser Zeit wurden rund 60 kWh nachgeladen, was einer Reichweite von knapp 400 Kilometern unter Realbedingungen entspricht. Das ist ein absoluter Spitzenwert und macht den CLA zu einem der schnellsten ladefähigen Fahrzeuge auf dem Markt, auf Augenhöhe mit den besten koreanischen Modellen und schneller als das aktuelle Tesla Model 3. Die Ladeplanung im Navigationssystem funktioniert zuverlässig und integriert die notwendige Batterievorkonditionierung automatisch in die Routenführung. Zudem ist der CLA serienmäßig mit Plug & Charge nach ISO 15118 ausgestattet, was das An- und Abmelden an kompatiblen Ladesäulen überflüssig macht.
Noch beeindruckender als die Ladeleistung ist die Effizienz, das direkte Erbe des Forschungsfahrzeugs VISION EQXX. Mercedes gibt für den CLA 300e mit der 85 kWh (netto) großen NMC-Batterie einen WLTP-Verbrauch von nur 12,5 kWh/100 km an. Ein Wert, der vor zwei Jahren noch utopisch schien. In unserem Praxistest konnten wir diesen Wert zwar nicht ganz erreichen, aber die Ergebnisse sind dennoch herausragend. Auf unserer genormten Verbrauchsrunde ermittelten wir einen Durchschnittsverbrauch von 15,1 kWh/100 km. Aufgeschlüsselt nach Fahrprofil ergaben sich folgende Werte: Im reinen Stadtverkehr, begünstigt durch die hohe Rekuperationsleistung, lag der Verbrauch bei exzellenten 11,0 kWh/100 km. Auf der Landstraße mit wechselnden Tempi waren es 13,5 kWh/100 km. Der Härtetest ist die Autobahn: Bei einer konstanten Geschwindigkeit von 130 km/h (gemessen via GPS) pendelte sich der Verbrauch bei 17,5 kWh/100 km ein. Das ist ein sensationeller Wert, der die Effizienz der Aerodynamik und des Antriebsstrangs unterstreicht. Daraus ergibt sich eine realistische Autobahnreichweite von rund 485 Kilometern. Im gemischten Betrieb sind über 560 Kilometer realistisch. Selbst im Wintertest bei 2 Grad Celsius und mit Winterreifen stieg der Verbrauch auf unserer Testrunde nur auf 19,8 kWh/100 km, was immer noch für über 420 Kilometer Reichweite gut ist. Die serienmäßige Wärmepumpe, die die Abwärme von Antrieb und Batterie zum Heizen des Innenraums nutzt, leistet hier ganze Arbeit.
Modell | Antrieb | Akku (netto) | Ladeleistung (Peak / 10-80%) | Verbrauch (WLTP) | 0-100 km/h | Preis (Basis ab) |
|---|---|---|---|---|---|---|
Mercedes CLA 300e | Heck, 200 kW | 85 kWh | 280 kW / 18 min | 12,5 kWh/100 km | 6,4 s | ca. 58.000 €* |
Tesla Model 3 LR | Allrad, 366 kW | ca. 79 kWh | 250 kW / 25 min | 13,2 kWh/100 km | 4,4 s | 56.990 € |
BMW i4 eDrive40 | Heck, 250 kW | 80,7 kWh | 205 kW / 31 min | 16,1 kWh/100 km | 5,6 s | 59.800 € |
Audi A4 55 e-tron | Allrad, 290 kW | ca. 95 kWh | 270 kW / 21 min | 15,5 kWh/100 km | 5,5 s | ca. 62.000 € |
Alltagstauglichkeit, Platzangebot und Kosten – Der bessere Deal?
Ein Auto muss mehr können als schnell fahren und schnell laden. Im Alltagstest schlägt sich der CLA wacker, wenn auch mit kleinen Einschränkungen. Das Kofferraumvolumen beträgt 450 Liter nach VDA-Norm. Das ist ein ordentlicher Wert für diese Klasse, der für das Urlaubsgepäck einer vierköpfigen Familie ausreicht. Die Ladeöffnung ist coupé-typisch etwas schmaler als bei einer klassischen Limousine, aber die umklappbaren Rücksitzlehnen (im Verhältnis 40:20:40) schaffen eine ebene Ladefläche und erhöhen die Variabilität. Einen Frunk unter der vorderen Haube sucht man vergeblich. Mercedes argumentiert, dass die MMA-Plattform als „Electric First“-Ansatz konzipiert ist, der theoretisch auch noch andere Antriebsarten aufnehmen könnte, und der Bauraum für Komponenten wie die aufwendige Klimatisierung und den großen HEPA-Filter genutzt wird. Die Ladekabel finden in einem Fach unter dem Kofferraumboden Platz. Ein Pluspunkt ist die für eine Limousine hohe Anhängelast von 1.600 Kilogramm (gebremst), was für die meisten mittelgroßen Wohnwagen oder Pferdeanhänger ausreicht. Die Zuladung liegt mit 450 Kilogramm im Klassendurchschnitt.
Die Übersichtlichkeit ist dank der schmalen A-Säulen nach vorne gut, nach schräg hinten schränkt die breite C-Säule die Sicht jedoch ein. Die exzellente 360-Grad-Kamera, die ein gestochen scharfes Bild aus der Vogelperspektive auf den Superscreen zaubert, ist hier eine fast unverzichtbare Hilfe. Die Assistenzsysteme wurden weiter verfeinert. Der Abstandstempomat agiert noch geschmeidiger, und der aktive Lenk-Assistent hält den CLA auch in leichten Kurven souverän in der Mitte der Fahrspur, ohne das nervöse Hin- und Herpendeln mancher Konkurrenten. Besonders auf langen Autobahnetappen ist das System eine echte Entlastung. Der automatische Spurwechsel durch Antippen des Blinkers funktioniert auf deutschen Autobahnen nun deutlich zuverlässiger.
Kommen wir zu den Kosten. Der Einstieg in die elektrische CLA-Welt beginnt bei 52.900 Euro für den CLA 250e mit Heckantrieb und einer kleineren LFP-Batterie mit rund 65 kWh Nettokapazität. Unser Testwagen, der CLA 300e mit der großen 85-kWh-Batterie, startet bei etwa 58.000 Euro. Mit einigen sinnvollen Extras wie dem AMG Line Paket, dem Superscreen, dem Fahrassistenz-Paket Plus und den adaptiven Dämpfern landet man schnell bei den von uns gefahrenen 68.500 Euro. Das ist eine selbstbewusste Ansage und liegt deutlich über einem vergleichbar ausgestatteten Tesla Model 3 Long Range. Im Vergleich zu einem BMW i4 oder dem kommenden Audi A4 e-tron bewegt sich Mercedes jedoch auf Augenhöhe. Die Betriebskosten sind dank des niedrigen Verbrauchs und der günstigen Versicherungseinstufung (Haftpflicht-Klasse 17, Vollkasko 24 nach erster Prognose) attraktiv. Mercedes gewährt eine Garantie von 10 Jahren oder 250.000 Kilometern auf die Batterie, die eine Restkapazität von mindestens 70 Prozent garantiert.
Alex Winds Gesamtfazit & Kaufberatung
Der elektrische Mercedes-Benz CLA ist mehr als nur ein weiteres Modell im wachsenden E-Portfolio der Stuttgarter. Er ist ein Statement. Er beweist, dass Mercedes die Lektionen der Vergangenheit gelernt hat und nun in der Lage ist, ein Elektroauto zu bauen, das in den Kerndisziplinen Effizienz und Ladegeschwindigkeit zur absoluten Weltspitze gehört. Die Kombination aus der 800-Volt-Architektur, dem hocheffizienten Antriebsstrang und der ausgefeilten Aerodynamik resultiert in Reichweiten und Verbrauchswerten, die vor kurzem nur Tesla vorbehalten waren. Doch der CLA ist kein Tesla-Klon. Er verbindet diese neue technologische Kompetenz mit den klassischen Mercedes-Tugenden: einem überragenden Fahrkomfort, einer exzellenten Verarbeitungsqualität, einem luxuriösen Interieur und einem Fahrverhalten, das Souveränität und Fahrspaß gekonnt ausbalanciert. Das neue MB.OS ist ein gewaltiger Fortschritt und in seiner grafischen Darstellung und Bedienbarkeit führend.
Natürlich ist nicht alles perfekt. Der Preis ist hoch, besonders wenn man sich in der langen Aufpreisliste bedient. Die coupéhafte Linie fordert ihren Tribut bei der Kopffreiheit im Fond, und das Fehlen eines Frunks ist ein kleiner, aber für manche E-Auto-Fahrer wichtiger Makel. Ist er also der lang erwartete Angriff auf das Tesla Model 3? Ja, aber auf eine sehr deutsche, sehr durchdachte Art. Er will nicht durch den niedrigsten Preis oder die schiere Beschleunigung gewinnen. Der CLA ist die Antwort für all jene Premiumkunden, die auf dem Weg in die Elektromobilität nicht auf die gewohnte Anmutung, den Komfort und die Solidität eines Mercedes verzichten wollten, aber bisher von der Effizienz der Konkurrenz beeindruckt waren. Er ist das Auto, das beweist, dass sich Effizienz und Luxus nicht ausschließen. Für den preisbewussten Käufer bleibt das Model 3 eine starke Alternative. Doch wer ein reisetaugliches, technologisch hochmodernes und gleichzeitig komfortables und hochwertig verarbeitetes Elektroauto sucht, findet im neuen CLA einen der überzeugendsten Kandidaten auf dem gesamten Markt. Mercedes hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Angriff auf die Spitze hat begonnen.











